Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist eine Erkrankung des Gehirns, die bei den Patienten zu Anfällen führt.

Diese Anfälle entstehen durch plötzliche und/oder vorübergehende Störungen der Signalübertragung des Gehirns. Das Gehirn besteht nämlich aus einer Vielzahl von Zellen, die sich zu Netzwerken verbinden. Jedes Netzwerk hat seine eigene Aufgabe. Ein Netzwerk ist beispielsweise für Bewegungen, Riechen, Fühlen und Sehen verantwortlich. Die Zellen in den Netzwerken kommunizieren anhand von elektrischen Impulsen miteinander.

 

Bei einem epileptischen Anfall entsteht ein Kurzschluss in einem oder mehreren dieser Netzwerke. Es gibt unterschiedliche Arten der Epilepsie. Die Symptome eines Anfalls hängen mit der Schwere und der Stelle des Kurzschlusses im Gehirn zusammen. Aber wann leidet man unter Epilepsie? Von Epilepsie wird erst dann gesprochen, wenn Sie regelmäßig unter Anfällen leiden, die durch einen Kurzschluss im Gehirn verursacht wurden.

Diagnose

 

Um die Diagnose Epilepsie stellen zu können, ist eine genaue Beschreibung der Anfälle erforderlich. In manchen Fällen können Menschen diese selbst formulieren, aber meistens kommt die Beschreibung des Anfalls von einer Person aus der Umgebung. Da viele Menschen während eines Anfalls das Bewusstsein verlieren, ist es wichtig, auch die Menschen aus der Umgebung zu befragen, wie ein Anfall verläuft. Wenn Sie Zeuge eines epileptischen Anfalls sind, sollten Sie genau darauf achten, was im Einzelnen passiert. Beginnt der-/diejenige, mit den Augen zu rollen? Fängt der-/diejenige an zu zucken? Verliert der Betroffene das Bewusstsein? Auch Filmaufnahmen der Anfälle können den Ärzten helfen, sich ein besseres Bild über die Situation zu verschaffen. Außerdem wird die Krankengeschichte eingesehen und analysiert. Wenn der Verdacht auf Epilepsie besteht, werden im Krankenhaus häufig weitere Untersuchungen angestellt.

 

Besteht ein Verdacht auf Epilepsie wird oft ein EEG (Elektroenzephalografie) durchgeführt. Das EEG wird auch manchmal Gehirnfilm genannt. Die Ärzte zeichnen mit einer EEG-Untersuchung die Gehirnaktivität auf. Dies geschieht mithilfe von Elektroden am Kopf. Diese Elektroden leiten Signale aus dem Gehirn weiter. Sie sind an ein Kästchen angeschlossen, welches mit einem Computer in Verbindung steht. Auf diese Art und Weise wird die Gehirnaktivität dargestellt. Während eines epileptischen Anfalls ist die Gehirnaktivität gestört. Auf dem Computerbildschirm sind dann Spitzen oder sogenannte Spikewellen zu sehen.

 

Wenn jemand vor allem im Schlaf unter Anfällen leidet, besteht die Möglichkeit, ein Schlaf-EEG durchzuführen. Dieses EEG zeigt Abweichungen, die im wachen Zustand nicht wahrgenommen werden. Auch Videos werden gelegentlich eingesetzt, um die Anfälle noch besser analysieren zu können.

Ursache der Epilepsie

Wenn Epilepsie diagnostiziert wurde, suchen Ärzte nach möglichen Ursachen. Das erfolgt häufig durch bildformende Untersuchungen. Die Untersuchung des Gehirns zeigt auf, ob Abweichungen im Gehirn vorliegen. Es sind unterschiedliche Techniken verfügbar, wie z. B. MRT oder CT.

Erblichkeit

In vielen Fällen, etwas über fünfzig Prozent, gibt es keine nachweisbare Ursache für Epilepsie.

Epilepsie ist häufig eine Summe verschiedener Faktoren. In bestimmten Fällen ist Epilepsie erblich veranlagt. Das ist von der Art der Epilepsie, der Anzahl der Epilepsiepatienten in der Familie, sowie dem Grad der Blutverwandtschaft abhängig. Es ist möglich, das Epilepsierisiko grob einzuschätzen.

 

Das ist die Aufgabe eines Genforschers. Er ermittelt das Risiko, indem er Ihre Situation mit der vergleichbarer Familien vergleicht. Bei Menschen mit einer geistigen Behinderung kommt Epilepsie häufiger vor. Ca. 30 % dieser Personen leiden unter einer Form von Epilepsie.

Alter

Auch das Alter spielt eine Rolle. Im Prinzip kann Epilepsie in jedem Alter vorkommen. Epilepsie bei Kindern beginnt häufig bereits in jungem Alter. Auch bei Babys kommt Epilepsie vor. Diese entsteht häufig bei der Geburt, z. B. durch Sauerstoffmangel während der Entbindung. Bei den meisten Kindern (von 0 bis 18 Jahren) verschwindet die Epilepsie, wenn sie älter werden. Die Entwicklung des Kindes verläuft bei den meisten Formen der Epilepsie gut. Im Alter zwischen 20 und 60 Jahren kommt Epilepsie relativ weniger häufig vor. Nach dem 60. Lebensjahr steigt das Epilepsierisiko wieder. Das Risiko nimmt ab diesem Alter weiter zu und ist ab dem Alter von 75 Jahren am größten.

Gehirnschäden

 

Des Weiteren können alle Ereignisse, die zu Gehirnschäden führen, Epilepsie verursachen. Nachstehend werden mehrere mögliche Faktoren und Ursachen von Epilepsie kurz erläutert.

 

  • ​Beschädigung des Gehirns bei der Geburt. Zum Beispiel durch Sauerstoffmangel im Gehirn während oder nach der Geburt.

  • Durch einen Unfall, Schlaganfall oder eine Erkrankung wie z. B. Alzheimer.

  • Entzündungen im Gehirn wie z. B. Hirnhautentzündung

  • Stoffwechselkrankheiten

  • Gehirntumore

  • Hirninfarkt oder Hirnblutung

Auslöser

Gelegentlich besteht ein Zusammenhang zwischen einer bestimmten Situation und dem Anfallsrisiko. Diese Situationen werden auch als Auslöser (Trigger) bezeichnet. Wenn diese Auslöser bekannt sind, können sie vermieden werden. Bekannte Auslöser sind beispielsweise:

 

  • ​Übermäßiger Alkoholgenuss

  • Bestimmte Drogen

  • Schlafmangel

  • Spannungen, Stress

  • Nichteinnahme von Medikamenten

Symptome

 

Die Symptome einer Epilepsie sind sehr unterschiedlich. Das hat unter anderem mit der Art des Anfalls zu tun, den jemand erleidet. Es gibt viele Formen der Epilepsie, die auch unterschiedliche Anfälle verursachen.

​Die Symptome bei einem Anfall sind je nach Anfall unterschiedlich. Die meisten Anfälle treten spontan auf. Es gibt eine kleine Gruppe von Menschen, die spüren, dass ein Anfall bevorsteht. Sie bekommen eine Art Vorankündigung. Die Vorzeichen einer Epilepsie können sich auf unterschiedliche Arten äußern. Manche Menschen haben beispielsweise kurz vor einem Anfall Kopfschmerzen, es wird ihnen schwindlig oder übel, oder sie sehen Lichtblitze. Andere haben einen veränderten Geruchssinn oder hören merkwürdige Geräusche. Das wird auch als Aura bezeichnet. Bei den Menschen, die einen bevorstehenden Anfall nicht spüren, sind die Symptome und das epileptische Verhalten kurz vor und nach den Anfällen unterschiedlich. Die Symptome und das epileptische Verhalten können aus folgenden Elementen bestehen:

 

  • ​Kribbeln im Körper

  • Zucken des Körpers

  • Abwesend sein, bewusstlos

  • Starren

  • Verdrehen der Augen

  • Verkrampfen oder Erschlaffen der Muskeln

Schlafen und Epilepsie

Der Zusammenhang zwischen Schlaf und Epilepsie ist oft komplex.

Einerseits kann ein gestörter Schlaf ein Auslöser für einen Anfall sein, andererseits kann Epilepsie nachts Schlafstörungen verursachen. Es gibt viele Formen von Epilepsie, die hauptsächlich nachts auftreten. Beispielweise Anfälle, die ganz speziell in bestimmten Schlafphasen auftreten. Die meisten nächtlichen Anfälle sind nur kurz und treten vor allem zu Beginn der Nacht oder kurz vor dem Erwachen auf.

 

​Auch andere Faktoren können beim Entstehen nächtlicher Epilepsie eine Rolle spielen, u. a.: Einfluss der biologischen Uhr, Schlafmangel, Spannungen, Licht und Dunkel, Entspannung und Anstrengung sowie hormonelle Faktoren. Viele nächtliche Anfälle werden nicht bemerkt, obwohl sie zu gefährlichen und riskanten Situationen führen können. Zum Beispiel, wenn jemand während eines Anfalls unglücklich fällt, keine Schmerzreize spürt, sich verletzt, oder in einem Anfall hängen bleibt (Status epilepticus). Wenn dieser Zustand länger anhält, verlangt das dem Körper so viel ab, dass die Situation lebensbedrohlich sein kann. In bestimmten Fällen kann jemand sogar plötzlich in Folge von Epilepsie sterben. Lesen Sie hier weiteres über SUDEP. Daher ist es von wesentlicher Bedeutung, dass Anfälle rechtzeitig bemerkt werden, vor allem nachts.

 

Mit einem Detektionssystem können nächtliche Anfälle wahrgenommen werden. Ein Beispiel ist die NightWatch. Dieses drahtlose Armband erkennt 9 der 10 akuten Anfälle. Lesen Sie hier mehr über die Vorteile der NightWatch.

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